Bekannte Autisten

Albert Einstein

Das wohl  berühmteste Genie aller Zeiten steht tatsächlich im Verdacht, ein Asperger-Autist gewesen zu sein. Dafür spricht, dass er ein ausgeprägtes Spezialinteresse für seine physikalischen Theorien hatte und keine emotionale Nähe zuließ. Seine später geschiedene Ehe mit Mileva Maric war unglücklich, das noch unverheiratete Paar gab das erste Kind zur Adoption frei, das Verhältnis zum Sohn Ernst Albert war so schwierig, dass dieser seinen Vater später nicht wiedersehen wollte. Der zweite Sohn galt als geistig behindert, was 30 Jahre vor der Erstbeschreibung des K a n n e r -Autismus auch eine autistische Behinderung nicht ausschließt. Von seinem Kindermädchen wurde Einstein gern auch das kleine Depperl genannt, da er erst mit drei Jahren zu sprechen anfing. Das alles sind zwar keine Beweise, aber doch Hinweise darauf, dass Einstein ein Asperger-Autist gewesen sein könnte.

Daniel Tammet

Der Brite Daniel Tammet erklärt in seinem Buch "Elf ist freundlich und Fünf ist laut", wie es ihm gelingt, in Sekundenschnelle die kompliziertesten Rechenaufgaben zu lösen und wie er es schaffte, in kürzester Zeit 10 Sprachen zu lernen. Er gehört zu den wenigen genialen Asperger-Autisten, die man ihrer geradezu unglaub lichen Fähigkeiten auch als Savants (frz. Wissende) bezeichnet. Im Gegensatz zu den meisten anderen Autisten ist es ihm sogar gelungen, die vielen Regeln und ungeschriebenen Gesetze des Sozialverhaltens auswendig zu lernen, was ihm ermöglicht, ein selbstständiges und weitgehend normales Leben zu führen. Zusammen mit seinem Freund gründete er eine eigene Computerfirma und schreibt sehr erfolgreiche Bücher.

Kim Peek

Der 2010 verstorbene Kim Peek war wohl der bekannteste Savant. Infolge einer frühkindlichen Hirnschädigung war sein Gehirn übermäßig groß, und so erlaubte es ihm, den Inhalt von 12000 Büchern auswendig zu lernen. Er war sogar in der Lage, mit dem linken und rechten Auge je eine Buchseite gleichzeitig "einzuscannen", kannte Stadtpläne und Straßen der ganzen Welt und konnte in Sekundenschnelle zu jedem beliebigen Datum aus der Vergangenheit oder in der Zukunft den dazugehörenden Wochentag nennen. Trotz dieser phänomenalen Fähigkeiten fand er sich im Alltag nicht zurecht und war zeitlebens auf fremde Hilfe angewiesen.

Temple Grandin

Die in den USA lebende Professorin für Tierpsychologie sagt von sich, dass sie in Bildern denkt und sich daher auch besonders gut in die Denkweise von Tieren hineinversetzen kann, während ihr die Regeln des Zusammenlebens mit anderen Menschen immer noch fremd sind. Sie ist eine gefragte Expertin für die Planung von Rinderzuchtanlagen, hält aber auch Vorträge über die Psychologie von Autisten. Sie vertritt die Auffassung, Autismus sei  keineswegs nur eine Behinderung, sondern gleichzeitig auch eine besondere Gabe, und ist überzeugt, dass die Menschheit heute noch in Höhlen hausen würde, wenn es keine Autisten gegeben hätte.  Die besondere Kreativität und unkonventionelle Denkweise der Autisten hat, wenn man Temple Grandin folgt, der Menschheit immer wieder neue Erkenntnisse und Fortschritte gebracht.